Pflanzenschutz und Dünger:
Die Kraft der Natur nützen

Wenn wir von gesunden Pflanzen sprechen, müssen wir sie während ihres gesamten Lebenszyklus betrachten: vom Samen über die Kultivierung zur Verkaufsstelle bis in die Gärten.

In dieser ganzen Zeit müssen sie genährt und geschützt werden. Deshalb hat bellaflora im Berichtszeitraum großes Augenmerk auf den Bereich Pflanzenschutz und Dünger gelegt.

Wir sind überzeugt, dass chemisch-synthetische Produkte dabei keinen Platz haben. In einem ersten Schritt haben wir 2012 bei unserer eigenen Arbeit in unseren Filialen auf naturnahe Pflanzenschutzmittel und Dünger umgestellt. Auf Grundlage dieser Erfahrung haben wir uns entschieden, auch das Sortiment für unsere Kunden dementsprechend umzustellen. Viele haben uns davon abgeraten und uns vor dem wirtschaftlichen Risiko einer derart gravierenden Sortimentsänderung gewarnt. Uns war bewusst, dass wir nur Erfolg haben können, wenn es uns gelingt, auch unsere Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden von der Umstellung zu überzeugen. Es hat uns viel Mut abverlangt, doch wir sind bei dieser Entscheidung geblieben.

Die erste große Sortimentsumstellung haben wir 2013 im Bereich der Pflanzenschutzmittel vorgenommen. Wir haben alle chemisch-synthetischen Pestizide ausgelistet und durch ökologische Pflanzenschutz- und Pflanzenstärkungsmittel ersetzt. Seither führen wir ausschließlich Pflanzenschutzmittel, Biozide und Herbizide, die auf pflanzlichen, naturnahen und biotechnischen Wirkstoffen basieren. Ebenfalls zum Sortiment gehören Produkte, die auf Biotechnik setzen wie Repellents, Farb- oder Pheromonfallen oder auf physikalischen Verfahren basieren wie Leimringe oder Fallen. 

2014 haben wir uns auf das Düngersortiment konzentriert. Auch hier haben wir alle chemisch-synthetischen Produkte ausgelistet und führen nur noch Dünger, die in der biologischen Landwirtschaft erlaubt sind. Diese Umstellung war wesentlich schwieriger als bei den Pestiziden, weil viele Rezepturen erst angepasst werden mussten. Bei den Kriterien sind wir weit strenger als der österreichische Gesetzgeber: Die Schwermetallgrenzen unserer Dünger liegen ein Drittel unter den gesetzlich vorgeschriebenen Werten. Weil das Gesetz keine Grenzwerte für Uran enthält, haben wir uns diesbezüglich an den deutschen Regelungen orientiert. Für Hundebesitzer ist besonders wichtig, dass alle bei uns erhältlichen Düngemittel frei von Rizinusschrot sind. Rizin ist giftig, auch Restmengen stellen ein Risiko dar. Es wird immer wieder berichtet, dass Hunde durch Rizinusschrot vergiftet werden. Deshalb haben wir, in Anlehnung an die Schweiz, wo Rizinusschrot bereits verboten ist, dieses Verbot auch bei unseren Düngern eingeführt.

Georg Wild, Kunde

Meine Frau und ich sind am Land aufgewachsen. Die Zwetschken haben wir uns direkt aus dem Garten geholt und den Schnittlauch fürs Butterbrot auch. Wir wollen, dass unsere Kinder die Natur genauso intensiv erleben können, auch wenn wir jetzt in der Stadt wohnen. Deshalb haben wir Hochbeete und Obstbäume auf unserer Dachterrasse. Die Pflanzen und alles andere kaufen wir bei bellaflora, weil uns die ökologische Einstellung des Unternehmens gefällt.

Georg Wild, Kunde

Um auf Nummer sicher zu gehen, lassen wir alle Düngemittel, die wir unter bellaflora Eigenmarken anbieten, regelmäßig durch die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 überprüfen. 

Unsere Kunden haben die Umstellung auf biologischen Pflanzenschutz und naturnahe Dünger gerne mitgetragen. Das Segment der Pflanzenschutzmittel und Dünger ist im Berichtszeitraum überdurchschnittlich stark gewachsen.

bellaflora war bei der Umstellung auf biologischen Pflanzenschutz und biologische Dünger Vorreiter in Österreich. Wir haben nicht auf gesetzliche Regelungen gewartet, sondern diesen vorgegriffen. Damit haben wir ein Zeichen gesetzt und rufen alle auf, uns freiwillig auf diesem Weg zu folgen.

Im Sinne der Vorsorgepflicht, die Handelsunternehmen aus unserer Sicht haben, sollten wir alle nicht länger auf legistische Vorgaben warten. Tatsache ist, dass es bis heute keine EU-weit einheitlichen Bestimmungen für die Zulassung von Pestizidwirkstoffen gibt. Es ist den nationalen Regulatorien überlassen, welche Mittel sie zulassen und welche nicht. So sind derzeit immer die Bestimmungen desjenigen Landes einzuhalten, in dem das Produkt hergestellt wird. Die Regelungen des Verkaufslandes werden nicht berücksichtigt. Aufgrund der internationalen Warenströme kommen Handelsunternehmen deshalb immer wieder in Konfliktsituationen, selbst wenn sie sich ganz genau an die rechtlichen Bestimmungen ihres Landes halten. 

Wie schwierig es ist, chemisch-synthetische Wirkstoffe aus der Lieferkette zu verbannen, erleben wir seit vielen Jahren. Vielfach müssen wir bei den Herstellern erst das Bewusstsein für dieses so wichtige Thema schaffen und sie dann in weiterer Folge bei der Einarbeitung auch unterstützen. Dafür brauchen wir alle einen langen Atem. Im Gartenbau lässt sich nichts von heute auf morgen umstellen, zu viele natürliche Einflussfaktoren haben Auswirkung auf den Erfolg. Die Gärtner müssen ausreichend Zeit haben, Erfahrungen zu sammeln und ihre Arbeit auf all diese Variablen auszurichten. Wir müssen also pragmatisch vorgehen, uns Etappenziele setzen und Verständnis für die Rahmenbedingungen aller Marktteilnehmer mitbringen.