Energie:
Erneuerbaren Energien den Vorrang geben

Der Gesamtenergieeinsatz von bellaflora wird dominiert durch den Energiebedarf für Raumwärme. Die dafür genutzten Energiequellen sind Erdgas, Fernwärme und Umgebungswärme. Letztere wird durch den Einsatz von Wärmepumpen nutzbar gemacht.

Der Heizenergiebedarf ist in großem Maß abhängig vom Wetter, insbesondere von der Länge und Strenge des Winters. So wurde 2014, bedingt durch den milden Winter, deutlich weniger Heizenergie benötigt als 2013 und 2015.

Der Energieverbrauch pro Quadratmeter Verkaufsfläche lag im Berichtszeitraum im Durchschnitt bei 157,3 kWh. Verglichen mit dem Durchschnitt der Jahre 2010-2012 (letzter Berichtszeitraum) konnte der spezifische Energieverbrauch um 6,5 % gesenkt werden. Unser Einsparziel von 10 % konnten wir somit leider nicht ganz erreichen. 

Energieverbrauch in MWh
  • 2013
  • 2014
  • 2015




Der Stromverbrauch der Wärmepumpen wird gesondert ausgewiesen, weil dieser ebenso wie der Bedarf an Erdgas und Fernwärme wetterbedingt größeren jährlichen Schwankungen unterliegt.


Der Stromverbrauch von bellaflora war, sofern man den Verbrauch der Wärmepumpen nicht berücksichtig, relativ konstant und insgesamt leicht rückläufig. Einen Teil des Strombedarfs decken wir seit kurzem aus eigenen Photovoltaikanlagen (PV-Anlagen). In der zweiten Hälfte des Jahres 2015 wurden die vier bellaflora Standorte Graz-Webling, Braunau, Leonding und Regau mit PV-Anlagen ausgestattet, die gemeinsam eine Leistung von 137,5 kWp erreichen. Der solar erzeugte Strom wird vorrangig zur Deckung des eigenen Bedarfs genutzt. Wenn mehr Elektrizität erzeugt wird als benötigt, speisen wir diese ins öffentliche Stromnetz ein. Ab dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme bis Jahresende haben die PV-Anlagen 12.523 kWh Strom produziert. 

Im Berichtszeitraum wurden die Standorte Wörgl, Graz-Webling, Regau und Wels mit Elektro-Ladestationen ausgestattet. Damit bieten bereits sieben der insgesamt 26 bellaflora Standorte allen Kunden die Möglichkeit, ihre E-Fahrzeuge während des Einkaufs kostenlos aufzuladen. Die Zahl der Kunden, die dieses Angebot nutzen, steigt entsprechend der Entwicklung der E-Mobilität in Österreich langsam aber stetig.

Im Zuge des Beitritts zum Klimabündnis hat bellaflora 2012 auf UZ-46-zertifizierten Ökostrom umgestellt. Nachfolgendes Diagramm zeigt die Anteile der erneuerbaren Primärenergiequellen, die zur Erzeugung des von bellaflora bezogenen Stroms genutzt werden.

Primärenergieträger Strom

Welche Primärenergieträger der von bellaflora bezogenen Fernwärme zugrunde liegen, ist nachstehender Tabelle zu entnehmen.

Primärenergieträger Fernwärme
Filiale Fohnsdorf 100 % Abwärme Fa. Föls
Filiale Regau Biomasse/Gas
Filiale Leonding 100 % Abwärme voestalpine
Filiale Krems 100 % Abwärme Kraftwerk Theiß
Filiale Schwechat Müll/Gas/Strom
Filiale Graz-Webling Gas/Kohle/Öl

Energieeffizienzmaßnahmen an einzelnen Standorten

Im Berichtszeitraum hat bellaflora zwei neue Filialen eröffnet und vier einer Generalsanierung unterzogen. Dabei wurden auch Optimierungen hinsichtlich Ökologisierung der Energieversorgung und Energieeffizienz vorgenommen. 

Die im März 2013 eröffnete Filiale in Wörgl/Tirol wird über eine Wasser-Wärmepumpe beheizt, versorgt aus einer eigenen Brunnenanlage. Die LED-Beleuchtung sowohl im Innen- als auch Außenbereich minimiert den Stromverbrauch. 

2014 haben wir die neue Filiale in Graz-Webling eröffnet. Hier decken wir die Wärmeenergieversorgung über die Fernwärme Graz. Auch dieser Standort wird über modernste LED-Anlagen beleuchtet. Gleichzeitig mit der Eröffnung von Graz-Webling haben wir den nahen Standort in Graz-Feldkirchen geschlossen. 

Im Herbst 2014 konnten die beiden Filialen in St. Pölten und Vösendorf nach einer grundlegenden Modernisierung wieder eröffnet werden. Die an beiden Standorten zuvor genutzten direktbefeuerten Gasluftheizer in den Verkaufsräumen wurden durch effizientere zentrale Gas-Brennwertkessel ersetzt. Durch die damit einhergehende gleichmäßige Wärmeverteilung verbessern sich die raumklimatischen Bedingungen für die Pflanzen. Das Beleuchtungssystem wurde in allen Verkaufsräumen auf LED umgestellt. 

Auch bei der Modernisierung der beiden Filialen Wiener Neustadt und Wels im Jahr 2015 konnte mit den gleichen Maßnahmen eine deutliche Energieeinsparung erzielt werden. Auch hier haben wir direktbefeuerte Gasluftheizer durch Brennwertkessel ersetzt und die Beleuchtung auf LED umgestellt.

Erste Erfahrungen mit LED-Beleuchtung

Die energetische Optimierung des Beleuchtungssystems ist immer in Zusammenhang mit einer Modernisierung der Verkaufsflächen zu sehen. Das neue Beleuchtungskonzept sieht eine signifikant verbesserte Warenpräsentation vor, die zu mehr Kundenzufriedenheit führt. Dazu war und ist es notwendig, in jedem Glashaus statt bisher nur einem nun zwei Leuchtbänder zu installieren. Dank LED konnte bei deutlich verbesserter und homogener Beleuchtung die Lampenanschlussleistung um rund 10 % verringert werden. Eine weitere Reduktion des Stromverbrauchs erzielen wir durch die Dimmbarkeit des Lichts in allen Verkaufsbereichen. 

Erste Erfahrungen mit den Gas-Brennwertkesseln

Der Energieverbrauch eines Gebäudes ist von sehr vielen Faktoren abhängig, sodass wir die durch die Gas-Brennwertkessel bedingten Einsparungen noch nicht verlässlich beziffern können. Sowohl der Winter 2014 als auch 2015 waren außerordentlich mild. Daher können wir die Einsparungen nicht eindeutig auf die modernere Technik zurückführen. Auch die Gebäudenutzung durch die bellaflora Mitarbeiter spielt eine Rolle. Zum Beispiel hat es große Auswirkungen auf den Wärmeenergieverbrauch, ob die großen Lagersektionaltore und die vielen automatischen Schiebetüren in der Verkaufsfläche rasch geschlossen und ob technische Störungen schnellstens behoben werden. Aufgrund dieser vielen Einflussfaktoren kann eine genauere Bilanz erst nach einigen Saisonen erstellt werden. 

Übergreifende Maßnahmen

Im Zuge der Modernisierungen der Standorte werden immer auch die bestehenden Regelungsanlagen erneuert. Ziel ist, die einzelnen Klimazonen in den Verkaufsräumen sowie die Beleuchtung effizienter steuern zu können. Im Rahmen von Schulungen werden die Mitarbeiter in die Handhabung der Leittechnik eingewiesen und zum effizienten Einsatz von Energie animiert.